CHIN CITTĄ CHINCHILLA MAGAZIN

Chinchillas sind die grossen Stars in CHINCITTĄ

Vergesellschaftung - die sanfte Integration

Die hier geschilderte Methode der SANFTEN INTEGRATION zählt zur ersten Kategorie und zu den klassischen internationalen Varianten in der Hobbyhaltung in der Moderne.
 

 

VERGESELLSCHAFTUNG

DIE METHODE DER SANFTEN INTEGRATION

von Claudia A Mooser

 

(3) Die Methode der Integration ist das was auf anderen Seiten oft simpel betrachtet als "Einfaches Dazusetzen" bezeichnet wird. Zur Differenzierung: Einfaches Dazusetzen meint ohne Methode, ohne systemathisches Vorgehen und ohne Kenntnis um eine korrekte, sachgemäße Anwendung dieser Methode - dies führt selten zu den gewünschten Ergebnisse. Daher sei ein simplifiziertes Einfaches Dazusetzen hier deutlich differenziert von der Methode der sanften Integration.

 

Voraussetzung: Grosse Gehege oder Voliere mit genügend Raum, Rückzugs- und und Versteckmöglichkeiten.

Das sachgemäße Vorgehen in einzelnen Schritten:

  1. Die Tiere einander "vorstellen". Das ist ganz wichtig!!!! Die Tiere müssen sich bekannt gemacht worden sein: Sicht-, Geruch-, Körperkontakt
  2. Das ranghöhere, dominante Chinchilla wird immer zum rangniedrigeren, subdominanten Tier dazu gesetzt. Nicht umgekehrt!

    In den vertrauten Käfig integrieren (kann vorher desinfiziert werden)
    • des rangniedrigeren Chinchillas wird das dominante Chin dazu gesetzt (es soll neben der Dominanz nicht auch noch vorab Heimvorteil genießen).
    • Bei der Kombination Chinweibchen + Böckchen, sind fast immer die Weibchen dominante Revierverteidigerinnen. In der Kombination wird also das Weibchen zum Böckchen dazu gesetzt.

    Ist der Käfig für beide Tiere völlig neu (Desinfektion macht keinen Käfig neu, s.o.)
    • so sollte man zuerst das subdominante Tier für ca. eine halbe Stunde den Käfig allein erkunden lassen, bis es die Rückzugsmöglichkeiten kennt und sich insgesamt sicherer und vertrauter in der neuen Umgebung vertraut machen konnte und leichten "Heimvorteil" genießt.
    • Auch hier gilt ansonsten zuerst das Böckchen hineinsetzen. Erst nach rund einer 1/2 Stunde das Weibchen dazu setzen. 

  3. Auf gleicher Ebene zusammensetzen, z.B. auf gleichem Brett (nicht auf unterschiedlichen Ebenen). Die Tiere müssen sich dabei zu jedem Zeitpunkt sehen können. Nicht einfach irgendwo im Käfig dazusetzen!!!
  4. Mindestens 1 Stunde die Tiere ohne Unterbrechung beobachten (also vorher die Toilette aufsuchen und Telefon ausstecken oder AB anstellen)

Was sollte man noch beachten :

Verletzungsgefahr (bei sachgemäßer Durchführung):

  • im Hinblick auf größere Verletzungen oder tödliche Verwundungen gleich Null. 
  • Fellverlust beim Herausnehmen bzw. Abbruch einer Integrations-VG
 

Mehr Info unter www.chinchilla-verhalten.de

 

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Vom Probebiß zum Liebes-Nibbeln

© Claudia A Mooser



VOM PROBEBISS ZUM LIEBESNIBBELN

Die Geheimnisse in der Kommunikation sind oft nicht leicht zu entschlüsseln in einer Partnerschaft. Ist es Liebe oder Nahrungstest? Animation zum Mitspielen oder Zurückweisung? Hier zur Unterscheidung:

  • Probe-Biß

-> Arteigenes natürliches Verhalten. Chinchillas stammen aus einer sehr kargen Landschaft. Sie mýssen alles auf Nahrung "testen". Dazu dient ihnen der Probe-Biß oder Probe-Nibbeln. Du hast sicher schon beobachtet, daý Chins oft Pellets einfach annibbeln und dann mit einem Pfötchenschlenker webschmeissen. Das ist angeborenes Verhalten.

  • Pflege-Nibbeln

Chinchillas sind sehr sensible, sinnliche Tiere. Sie pflegen sich indem sie sanft das Fell des anderen ordnen, Lider anlüpfen usw. Alles ganz sanft und liebevoll. Das tun sie auch bei einem vertrauten Halter. Das Beknabbern der Handoberfläche oder der Augenbrauen, oder Wimpern ist ein soziales AKZEPTANZVERHALTEN. Es ist Pflege und Liebesbekundung.

  • Aufforderung und Animation

Chinchillas Zupfen dann am Ärmel und ziehen (ohne den Ärmel zu beschädigen), um den Halter zum Spiel und Interaktion zu animieren

  • 3-Stufen-Warnsystem

-> Chins, die einen respektieren und unliebsames Verhalten durch den Halter nicht "unkommentiert" hinnehmen möchten wenden ganz oft ein 3-Stufen Reaktionssystem an. 1. Sanfter Nibbel = Mag ich nicht. 2. Hast Du gehört? - Das mag ich wirklich nicht! 3. Jetzt reicht es aber - ich kann das nicht leiden!!!!

  • Richtig aggressvies (oder Angst) Zubeißen

.> hab ich erlebt bei einem Chin, das ich für eine Jungtierauslese gekämmt hatte - ein Safir = besonders empfindliche Haut. Verzeihe ich mir bis heute nicht, dass ich ihn soviel Stress ausgesetzt hab nur für eine Schau.

 

 

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Mein Halter - mein bester Freund: 15 Schritte zum Vertrauen

Zurück zur Startseite | Nach oben © Claudia A Mooser

Hallo Chinliebhaber/Innen,

wie schon an anderer Stelle erwähnt auch hier wieder, das gleiche Prinzip. Zum Erfolg (Zähmung, Vertrauen, Sozialisierung) braucht man die richtige Kenntnis der Voraussetzungen / Ausgangspunkte, dh richtige Prämissen.

Ausgangspunkt (Prämissen):

 Grundlegende Faktoren  

  • Chinchilla = Fluchttier
  • Chinchilla = Herdentier
  • Chinchilla = dämmerungs- und nachtaktiv
  • Chinchilla = Exoten (aus den Hochebenen der Anden)  
  • Chinchillas sind nur halb-domestiziert

Chinchillas sind nur halb-domestizierte Wildtiere, Fluchttiere und Exoten.
Das Leben mit dem Menschen ist daher für sie nichts Selbstverständliches, sondern will gewöhnt und mit Vertrauen erworben werden. Das erfordert viel Geduld und kleine Schritte.

Die gute Nachricht: Chinchillas sind super neugierige Wesen! Dh die Zeit arbeitet bei entsprechender Geduld für den Halter. Früher oder später siegt ihre Neugier immer über ihre Angst. Das ist der Moment, wenn die Geduld des Chinliebhabers belohnt wird!

Man gewinnt so einen treuen pfiffigen Flauschfreund fürs Leben!

Die PHASEN der Annäherung


CHINCHILLA ZAHMHEIT : 15 Stufen plus ...

 

Hier findet der Chinliebhaber eine Schritt für Schritt Anleitung. Inklusive TIPPS FÜR DEN HALTER nach jeder Stufe, die den Übergang zur nächsten Stufe leichter machen.

  1. Gitterzahmheit
  2. Futterzahmheit
  3. Handzahmheit ( = Kontakt-Zahmheit )
  4. Fortgeschrittene bis völlige Zahmheit

Es lassen sich bei der Chinchilla (und auch bei anderen Tierarten) generell folgende Stufen der Annäherung zum Menschen / Halter festlegen!

  1. Phase: Passive Nähe
  2. Phase: Annäherung von Chin ermutigen
  3. Phase: Körperkontakt verstärken


Wichtig bei allem: GEDULD. Erst den nächsten Schritt angehen, wenn davor ein Vertraunslevel mit dem individuellen Chin etabliert ist. 

Mehr Information unter :
www.chinchilla-verhalten.de
-> Zahmheit (Kapitel 3)

 

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Der Schnüffeltest - das ORIGINAL

 
"SCHNÜFFELTEST"
Das Original auf dem Internet

eine VG bei Chins ist eine nicht immer einfach Entscheidung. Die Frage, die sich bereits im Vorfeld stellt - macht es überhaupt Sinn mit den Tieren eine Vergesellschaftung zu versuchen? Oft sind Sympathie und Antipathie bereits beim ersten Kontakt gut einzuschätzen. Je nachdem folgt der Schritt zur VG, bzw. man sollte sich den Versuch sparen. Hier findet sich eine simple Anleitung, um dies herauszufinden...


 

DER SCHNÜFFELTEST = KOMPATIBILITÄTS-TEST

von Claudia A Mooser


Finden sich meine Chins sympathisch? Können sich meine Chins riechen?

Ob Chinchillas sich leiden können hängt ganz entscheidend vom Geruch ab.

Wenn die Tiere sich gut riechen können“,* dann können sie dauerhaft friedlich und glücklich miteinander leben. Umgekehrt – können sie sich nicht riechen, so kann man sie zwar kurzzeitig zusammen zwingen, aber man hat keinerlei Garantie für eine stabile dauerhafte Harmonie im Sozialgefüge. Daher gehen ich und viele andere langjährige Chinhalter folgendermassen vor:

VOR dem ersten Zusammensetzen - der KOMPATIBILITÄTSTEST
(= Schnüffeltest)


  • Beide Chins auf gleicher Höhe halten, aber in Sicherheitsabstand
  • Näschen aneinanderhalten
  • Näschen an verschiedenen Körperstellen ins Fell des anderen halten 
  • Chins auf leicht unterschiedlicher Höhe halten, um zu sehen wer dominant bzw. unterwürfig reagiert
  • Wichtig bei Gruppenvergesellschaftung: diesen VORTEST auf jeden Fall mit Alfatier in bestehender Gruppe und neuem Tier durchführen
  • jeweils die Reaktion abwarten und auswerten.


Bei diesem VORTEST zeigt sich bereits wie die Tiere aufeinander ansprechen.

Zeit nehmen VOR jeder Vergesellschaftung:

  • Verhalten genau beobachten (z.B. während der Quarantäne)
  • speziefische "Geschichte" und individuellen Reaktionsmuster analysieren 
  • daraufhin eine individuell geeignet Vergesellschaftung durchführen

So erhält man frühzeitig Aussagen über die geeignete Vergesellschaftungsmethode, und zugleich über die BESTE PARTNERWAHL. Nicht ganz unwichtig, denn schliesslich sollen die Tiere rund 20 Jahre glücklich zusammen leben.

 

Streit in den besten Familien - was tun?

© Claudia A Mooser

Streit kommt in den besten Familien vor. Aber was tun, wenn der Streit plötzlich eskaliert? Wie stellt man Harmonie und Eintracht wieder her? Voila, so funktioniert es in CHINCITTA. Auch hier wieder der Punkt - um zu befriedigenden Lösungen zu kommen, muß man die Ausgangssituation verstehen. Chins streiten nicht wie aufgeklärte Menschen. Sie streiten viel "instinktiver".

  

WICHTIG FÜR DIE WIEDERVEREINIGUNG
  • gewohnte Umgebung
  • Geruchskontakt
  • Sichtkontakt
WARUM STREITEN CHINS?
  • ist der Grund für den Streit nachvollziehbar, z.B. Veränderungen bei Tieren, Gruppe, Umgebung? In dem Fall ist es einfach - man stellt den Grund/Auslöser ab.
  • war die Gruppe schon instabil? z.B. Aggressives, unsoziales Tier in der Gruppe usw.? In dem Fall ist es sinnvoll die Gruppe gegf. aufzulösen.

Wir widmen uns aber dem Fall, in dem kein Grund ersichtlich ist und in einer etablierten Gruppe aus dem Nichts ein Streit eskaliert.

CHINCHILLA STREIT ESKALIERT

In der Verhaltensforschung spricht man von der sogenannten Stimmungsübertragung.

  • In einer Chingruppe eskaliert ein Streit wie eine Welle der Aggression.
  • Der Auslöser (Chin) wird nicht mehr identifiziert, sondern jeder jagt jeden.
  • Davonlaufen reizt noch mehr zur Verfolgung.
  • Es gibt keine Grenzen der Aggression. 
  • Es kann zu lebensbedrohlichen Verletzungen kommen z.B. aufgerissene Schädeldecke.
  • Das urspr. aggressive Chin ist nach dem Streit genauso erschöpft, zittrig und liebesbedürftig wie die anderen.
Je früher der Halter kompromißlos und sofort eingreift:
  • desto mehr können schlimme Verletzungen verhindert werden.
  • umso größer auch die Chance für eine Zusammenführung. 
  • Bei Angriffen mit lebensbedrohlichen Verletzungen rate ich von einer Zusammenführung ab.
GRENZEN DER CHINHALTUNG

In der Natur läuft das bedrohte Chin davon. Der Streit verläuft sich im Nichts. Hier stoßen wir an Grenzen der Chinhaltung.
  • Großzuchtkäfig - hier hat ein Weibchen mit Halskragen keine Chance zu entkommen.
  • Heimtierhaltung - auch mit großen Käfigen - bieten diese nur einen begrenzten Raum zum Ausweichen!

Es ist in der Verantwortung des Halters, Streits vorzubeugen und zu deeskalieren. Chinchillas handeln aus Instinkt und können oft nicht anders. Der Mensch kann mit Vernunft, Sinn und Verstand planvoll handeln.

 


MAßNAHMEN - UMBAU DES KÄFIGS:

Wie oben gesagt ist es wichtig die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung wieder zueinander zu führen. So können sie sich beruhigen und wieder Vertrauen zueinander und in ihre Umgebung.

Die Variante für Gitterkäfige ist:

  • Aggressor und Gruppe werden voneinander mit Gitter getrennt
  • Aggressor bekommt den kleineren Anteil vom Käfig - am Boden. Dh es wird 2-fach der Gruppe untergeordnet
  • Gittertrennwand sollte nur seitlich (vertikal) sein, nicht horizontal über den Bereich des Aggressors gehen. Sonst laufen Chins drüber, das macht das Chin unten nervös und es zwackt den oberen in die Füsschen und Zehen. 
  • Futternapf, Trinkflasche, Staubbad alles schrittweise zu beiden Seiten an das Gitter stellen, so daß die Tiere wieder gegenseitige Nähe akzeptieren lernen müssen.
Eine Variante für Holzkäfige ist:
  • Den gewohnten Käfig zu unterteilen (z.B. bei Holzschrank-Konstruktionen).
  • Sandbad routieren - dabei nicht erneuern -> Tiere sollen im Geruch des anderen baden
  • Aggressor und übrigen Gruppe in den Abteilen nach ca. 1 Woche routieren. 
  • zuvor NICHT den Käfig putzen, NICHT ausmisten!!! Die Tiere SOLLEN sich jeweils mit dem Geruch des anderen wieder gefahrlos anfreunden.
  • nach Möglichkeit in dem Bereich der etablierten Gruppen dann ein Gitter einziehen analog zu oben
INDIZIEN FÜR NORMALISIERUNG

Man sieht selbst inwieweit sich die Chins dann entspannen. Hier die Anhaltspunkte:
  • Am Anfang werden sie abhauen, wenn auf der anderen Seite ein Chin ist.
  • Dann gewinnen sie Vertrauen, daß ihnen nichts passieren kann und sie gehen unbeeinträchtigt ihrer Wege. 
  • in CHINCITTA war es in 2.-3. Woche, dass sie von sich aus Kontakt aufgenommen haben
  • Rüberschauen, gegs. Beobachten, Pfötchen an das Trenngitter, Näschenreiben.
Findet dies statt und läuft über mehrere Tage ruhig ab, dann kann man zum dritten Schritt übergehen.

ZUSAMMENSETZEN - ZUSAMMENLEBEN
  • Ich hab immer das dominante Tier = Aggressor aus seinem Teil rausgenommen und zu der etablierten Gruppe reingesetzt. So habe ich es auch von Chinzüchtern in USA gelernt.
  • So hat das dominant bzw. aggressive Tier keinen "Heimvorteil"
  • das dominant bzw. aggressive Tier muß sich erst einfügen und kann nicht gleich wieder Chef im Territorium spielen.

Beschnüffeln, Fremdeln, Unsicherheiten, auch Dominanzgebärden ist alles OK.
Die Wiedervereinigung soll jedoch ohne Jagen und Fellfliegen ablaufen - ansonsten abbrechen. Halter muß mindestens 1 Stunden beobachten, danach regelmäßige Kontroll-Checks. In CHINCITTA kampiere ich oft über Nacht neben der Gruppe, um im Zweifelsfall sofort eingreifen zu können.

Text und Bilder, Konzept : © Claudia A Mooser / CAM

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Die Manager hinter den Chinstars

 Die Agentin der CHINCITTA Stars
 L.R.Die exklusive Reprästentatin für ChinJulia
 
Copyright © CAM. Alle Rechte vorbehalten
Das Foto zeigt Gabi B. mit dem Caruso-Clan
Big Chinchilla Management

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TRAINING - ZURÜCK IN DEN KÄFIG

MEIN TIPPS UND VORGEHENSWEISEN

von Claudia A Mooser

STUFE 1 : DAS CHINCHILLA BESTIMMT DIE DAUER DES AUSLAUFS

  • Richten sie den Käfig von Anfang an so ein, daß das Chinchilla einfach in den Käfig zurück gehen kann.
  • Beobachten sie die Routine des Chins beim Auslauf. Chins kehren während der Auslaufphase wiederholt in ihren Käfig zurück, um dann erneut den Auslauf zu genießen. Lassen sie das Chin öfters diese "Zwischenrunde" einlegen und schließen sie dabei NICHT den Käfig! Das Chin soll die Wahrnehmung aufbauen, daß es freiwillig in den Käfig zurück kehren kann ohne gleich wieder eingesperrt zu werden.
  • Beenden sie erst den Auslauf, wenn das Chin z.B. das 3. Mal von sich aus in den Käfig zurück gekehrt ist. Schließen Sie dann die KÄfigtür. Und belohnen Sie das Chin gleichzeitig mit einem "gesunden" Leckerlie.
  • Nehmen sie sich Zeit. Nix ist schlimmer für einen Halter als eilig weg zu müssen, und das Chin will partout nicht in den Käfig. Das führt zwangsläufig zu mega-Stress für Tier und Halter. Also Auslauf vorab vernünftig einplanen.

STUFE 1 : DER HALTER BESTIMMT DIE DAUER DES AUSLAUFS

  • Akkustische Signale: Das Chinchilla braucht ein Zeichen, um zu verstehen was sie von ihm wollen (zurückgehen in den Käfig). Dafür eigenen sich akkustische Signale wie z.B. 3 mal in Hände Klatschen, strenge Stimme und festgelegte Worte. In CHINCITTA ist es das 3 malige Händeklatschen plus die halb gerufenen Worte Allez-Hopp! Wichtig ist dabei, daß sie die Signale oder Kombination aus Signalen nur für diese eine konkrete Situation verwenden (= das Zeichen für "Geh zurück in den Käfig")
  • Weg in den Käfig offenhalten. Stellen Sie sich HINTER ihr Chin, so daß es freie Bahn zurück in den Käfig hat. Erst dann geben sie das Signal. Wenn es nicht beim erstenmal klappt und das Chin z.B. noch nicht will, oder mit zuviel Schwung am Käfigaufgang voller Übereifer vorbeisaust (z.B. Bugsy ist ein Meister darin). Dann die Situation mit Ruhe nochmal von "0" aufbauen. Bewegen sie sich ruhig im Raum bis sie wieder hinter dem Chin stehen. Dann geben sie erneut das Zeichen. Bewegen sie sich dabei von hinten langsam "treibend" in Richtung Käfigtür.
  • Wenn sie merken, daß ihr Chinchilla nicht versteht was sie von ihm wollen, dann machen Sie Folgendes.
  • Warten Sie bis das Chin sie aufmerksam beobachtet. Dann klopfen sie mit der Hand auf den Anfang der Rampe zum Käfigeingang. Wenn das Chin sie weiter beobachtet, dann setzten sie das Signal fort bis zur Käfigtür. Das wiederholen sie. Reden sie dabei beruhigend mit ihrem Chinchilla.
  • Dann wiederholen sie alle Schritte ab dem 3 mal Klatschen, Annäherung von hinten usw. Wiederholen sie die Schritte so lange, bis ihr Chinchilla versteht, was sie von ihm wollen.

Wichtig: sobald das Chinchilla die Aufgabe richtig gelöst hat (von sich aus im Käfig ist), dann belohnen sie es mit einem gesunden Leckerlie. Das ist besonders wichtig, wenn es sich um das Leittier in einer Chingruppe handelt. Versteht das Leittier die Aufgabe, dann machen es die anderen nach.

INDIVIDUELLE VARIANTEN - JEDES CHINCHILLA HAT SEINE EIGENARTEN

Folgende Probleme können auftauchen, die Varianten und Anpassung in ihrem Verhalten als Halter erfordern.

Beispiel 1 Nappy Nala: ein extrem stolzes Böckchen
Das geht natürlich nicht, daß der Eindruck entsteht, daß er sich von Menschen was vorschreiben läßt. Deshalb dreht Nappy Nala immer nach dem CHINCITTA Zeichen (3 mal in Händeklatschen + Allez-hoop!) eine "Ehrenrunde". Während dieser Runde läuft er nochmal den gesamten Raum ab. Dabei darf man ihn nicht stören, sich nicht bewegen und in keinster Weise den Eindruck erwecken, ihn "antreiben" oder nochmal "hinweisen" zu wollen. Sonst macht Nappy Nala sofort eine 2. Ehrenrunde. Bleibt er jedoch "ungestört", dann geht er nach der ersten "Ehrenrunde" ganz zielstrebig von sich aus zurück in den Käfig.

Beispiel 2 Bugsy: ein Luftikuss mit zuviel Schwung.
Er erkennt das Zeichen, er läuft zur Rampe, aber kann auf dem Parkett nicht rechtzeitig bremsen. Dann sitzt er hinter der Rampe und guckt sich fragend und peinlich betreten zum Halter um: "Was mach ich denn jetzt?". Tja, da gibts nur eines als Halter, im den Weg wieder machen, für einen zweiten Versuch, und das Ganze nochmal. Beim 2. Mal klappt es fast immer Problemlos.

FAZIT

Es gibt noch unendlich viel individuelle Varianten, die sie bei ihren Chinchillas beobachten können. Das skizzierte Grundschema der Übung bleibt jedoch immer das Gleiche. Und wie die Ausführungen wieder mal als Erfolgsformel zeigen: Zeit und Geduld. Sowie das individuelle Beobachtung der Eigenheiten ihrer einzelnen Chins sind der Schlüssel zum Erfolg.

Zum Trost, das Ganze hat hier in CHINCITTA noch bei jedem Chinchilla funktioniert. Sie bekommen so Chinchillas, die ohne viel Aufhebens nach dem Auslauf auf ihr Signal freiwillig in den Käfig gehen und sie stolz angucken - gell, haben wir super gemacht! Ja, ein Lob und gesundes Leckerlie versteht sich da von selbst. 

Am Ende werden Sie mit Freude feststellen, daß ihr Chinchilla sie erfolgreich trainiert hat.

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